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Definition

Netzwerkbogenbrücken

"Netzwerkbögen sind Stabbogenbrücken mit geneigten Hängern, die sich mehrmals kreuzen." (Per Tveit in "The Structural Engineer", Juli 1966).

Was ist eine Nielsen-Lohse-Brücke?
 

In Japan werden Stabbogenbrücken mit gekreuzten Hängern fälschlicherweise Nielsen-Lohse-Brücke genannt.

Nielsen steht für den Ingenieur Octavius F. Nielsen, der im Jahre 1926 ein Patent auf Bögen mit Zugband und schräg gestellten Hängestangen anmeldete. Dieser Brückentyp wurde daraufhin ca. 60-mal hautpsächlich in Schweden realisiert. Bei keiner dieser Brücken finden sich überkreuzende Hängestangen.

 


Lohse steht für den deutschen Ingenieur Hermann Lohse (*1815 †1893), der Ende des 19. Jahrhunderts einen Bogen mit Zugband entwickelte, dessen Zugband entgegengesetzt zum Bogen gekrümmt ist (siehe Bild). Die Fahrbahn trägt ein drittes Element, das unter den Bögen hängt.

Es ist somit erkennbar, dass die Bezeichung Nielsen-Lohse für Stabbögen mit mehrfach gekreutzten Hängern nicht korrekt ist. Zudem ist das Vorbild der japanischen Netzwerkbogenbrücken die Fehmarnsundbrücke, deren Entwurf wiederum auf dem Netzwerkbogen basiert.


Die korrekte Bezeichnung von Stabbogenbrücken mit schrägen und einfach gekreuzten Hängern ist Nielsen-Brücke. Stabbogenbrücken mit mehrfach überkreuzten Hängern sind Netzwerkbogenbrücken. Diese strenge Regel ist begründet, da sie zu einem effizienteren Tragwerk führt.

Mehr zum Thema in: "The Network Arch" von Per Tveit